07/2011 - Neues von der Internationalen Passivhaustagung 2011
In diesem Jahr war Innsbruck der Austragungsort. Nirgendwo ist die Dichte an Passivhäusern größer als in Österreich, sagt Innsbruck Bürgermeisterin zur Begrüßung. Und die Österreicher haben entscheidend dazu beigetragen, diesen Standard zu perfektionieren.
Beispielhafter Sozialer Wohnungsbau Lodenareal als Passivhaus
In Innsbruck entstand auch die derzeit weltgrößte Wohnanlage im Passivhausstandard, das Lodenareal. Auf einer 33.000 m² großen Gewerbebra- che nahe dem Inn-Ufer errichtete die Gemeinnützige Wohnungs- und Siedlungsgesell- schaft Neue Heimat Tirol zwischen 2007 und 2010 insgesamt 354 Mietwohnungen im Rahmen des Sozialen Wohnungsbaus.
Die Passivhausbauweise vereint hier intelligente Baukunst und Gebäudetechnik mit ambitionierter Architekturqualität, hoher Behaglichkeit und einem gut gestalteten grünen Umfeld. 2010 wurde die Anlage auf der Dresdner Tagung mit dem Passivhaus-Architekturpreis ausgezeichnet. (Foto: Neue Heimat Tirol)
zero:e park entsteht als Null-Emissionssiedlung in Hannover
In immer mehr Städten geht der Fokus vom Einzelgebäude auf die nachhaltige Entwicklung ganzer Stadtquartiere.
Auf dem Neubaugebiet am Hirtenbach in Stadt Hannover werden ab dem Herbst 2010 insgesamt 330 Einfamilienhäuser errichtet. Dazu wurden bereits in der Bauleitplanung die Rahmenbedingungen wie Kompaktheit und Südorientierung der Baukörper sowie verschattungsfreie Fassaden festgelegt. Weil aber Vorgaben durch den Bebauungsplan nur begrenzt möglich sind, regelt ein städtebaulicher Vertrag u. a. die Verpflichtung zum Passivhausstandard, Vorgaben zur Wärmeversorgung und die rechtzeitige Beratung der Bauherren.
Für Heizung und Haushaltstrom im gesamte Areal wurde ein Kompensationsbedarf für die Klimaneutralität von im Mittel 1.300 MWh ermittelt, die über die Erzeugung elektrischer Energie mittels Wasserkraft gedeckt werden soll.
Effiziente Solarnutzung und Autarkes Haus
Forschungsergebnisse zu Lüftungsanlagen, wirtschaftlichem Betrieb von Solaranlagen, effiziente Konzepte für Passivhausbürohäuser oder -Verkaufseinrichtungen und Anpassung an klimatische Bedingungen in anderen Regionen waren weitere Schwerpunkte der Tagung.
So wurde von Rolf-Peter Strauß eine Analyse vorgestellt, die zeigt, dass und unter welchen Voraussetzungen eine Kombination von Photovoltaik und Mikrowärmepumpe zur Warmwasserbereitung, ggf. auch Heizungsunterstützung und Kühlung im Sommer deutlich wirtschaftliche ist als Solarthermie. Und Mark Zimmermann stellte SELF als ein autarkes, mobiles Kleinst-Haus (Raumzelle) zum Wohnen und Arbeiten vor, das sich selbst mit Energie und Wasser versorgt.






