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02/2006 - Marktpotenzial für Passivhäuser und 3-Liter-Häuser (Studie des ISE Freiburg)

Studie des Fraunhofer Instituts für solare Energiesysteme (ISE), des Büros für Solarmarketing und der Energieagentur Regio Freiburg

Die 2004 erschienene repräsentative Studie, die auf der bundesweiten Befragung von 180 Unternehmen, vor allem von Architekten, Bauträgern, Fertighausherstellern und Haustechnikplanern beruht, kommt zu dem Ergebnis, dass der Bau von Passivhäusern und Niedrigstenergiehäusern in den kommenden Jahren ein hochdynamisches Wachstum erleben wird. Berücksichtigt wurden zudem ausführliche Expertengespräche mit 25 Beratern, Wissenschaftlern und Vertretern von Förderinstituten. Vergleichend wurde die Situation in Österreich und der Schweiz untersucht.

WACHSTUMSRATEN VON 100 PROZENT REALISIERT

War der Bestand an Passivhäusern in Deutschland 1998 mit 70 Gebäuden und 120 Wohneinheiten noch in der Demonstrations- und Pilotphase, hat die Entwicklung mit Zuwachsraten um die 100 % Ende 2003 bereits ca. 4000 Wohneinheiten erreicht. Für die Entwicklung bis zum Jahr 2010 werden verschiedene Szenarien angenommen. Im Mittel wird geschätzt, dass 2010 nahezu jedes fünfte neu gebaute Haus in Passivhausbauweise und zusätzlich jedes dritte Haus in Niedrigstenergiebauweise entstehen wird. Addiert würden so im Jahr 2010 über 137.000 Wohneinheiten in Passivhausbauweise errichtet sein, sowie rund 250.000 3-Liter-Häuser. Viele der Umfrageteilnehmer waren der Ansicht, dass es bereits heute eigentlich keinen Grund gebe, mit einem schlechteren Energiestandard zu bauen. So deutlich seien die Vorteile durch den geringen Heizwärmeverbrauch, den hohen Wohnkomfort und die minimalen Mehrkosten, die sich sehr rasch amortisieren und von steigenden Energiepreisen unabhängig machen.

BESSERE ÖFFENTLICHKEITSARBEIT GEFORDERT

Zielgerichtete Imagekampagnen und strategische Öffentlichkeitsarbeit wurden von fast allen Befragten für den Durchbruch der Passivhausbauweise als äußerst wichtig eingeschätzt. Denn bei den Kunden werden Passivhäuser fälschlicherweise immer noch als teure, nur durch Förderung finanzierbare Technologie gesehen. Derzeit haben Förderprogramme als Anschub noch eine wichtige Bedeutung. Künftig müsse sich die Technik aber selbst am Markt tragen. Angesichts bereits gefallener Preise für Passivhauskomponenten und der Einsparung bei Energiekosten dürfte das kein Problem sein.

SANIERUNGSSTANDARD 2010

Die Branchenvertreter schätzten ein, dass bis zum Jahr 2010 etwa 11% der Mehrfamilienhäuser und 14% der EFH mindestens auf das Niveau eines 3-Liter-Hauses saniert werden. Die ausführlicher befragten Experten kommen demgegenüber sogar auf einen Anteil von 20%.

Wortlaut der Studie im PDF-Format